20:51 h, Preshow
250 Meter von hier die letzte Preshow in diesem an Preshows nicht armen Grandprix-Jahrgang. Ich habe noch immer nicht das Genre der Musik von Ina Müller verstanden und höre eben das erste mal ein Lied von ihr und habe immer noch nicht das Genre der Musik von Ina Müller verstanden.
20:55 h, Wort zum Sonntag
Pfarrer Gereon Alter. Alter Ey!
21:00 h
Es geht los, es ist so wunderbar!
21:03 h
Stefan Raab, Judith Rakers und Anke Engelke singen „Satellite“ - Rakers macht das lenasche Britisch nach. Raab swingt sich durch den Song, Himmel, cooler Einstieg, bisschen Baseball-Mässig, bisschen besser sogar: Genrekaraoke at it‘s best! 42 Lenadoubles mit den Fahnen der teilnehmenden Nationen, und dann ist sie doch noch einmal da: Lena singt doch einige Zeilen ihres Siegerliedes vom Vorjahr, sie steigt auf den Standbass, das ist wirklich der beste aller möglichen Einstiege in dieses Ereignis!
21:11 h
Es ist eine merkwürdige Idee, 42 Lenadoubles auftreten zu lassen, um dem alljährlichen Vorjahressiegerkopieren den Wind aus dem Segeln zu nehmen, und, absurd, von nun an, 21:12 h, kann man voten, und der erste Teilnehmer ist kurz vor der so genannten Postkarte über Menschen der Nation, die dann dran ist, und die in Deutschland leben, schon mal zu sehen, und man kann schon sehen: So ein Livetext hat seine Tücke, wo ist die Grammatik, wo ist der Sinn, und wo ist der Finne? … - der Mann mit der Gitarre ist dieses mal aus Finnland.
21:14 h, Finnland, Paradise Oskar „Da Damm“
Singalongtitel wie „Da Damm“, „La La La“, „Boum Boum“ oder „Dibbidu“ haben Tradition beim Grand Prix, sie sind international, klar, verständlich, und funktionieren, dieser Finne hier also, hinter dem , als wäre er auf dem Mond, die Welt aufgeht, hat die naive Weltverbesserungsformel von Michaelm Jackson in ein kindliches „Da Damm“-Kinder-Mitsinglied übersetzt, „das er nach der gescheiterten Klimakonferenz in Koppenhagen geschrieben hat“, wie uns Peter Urban mitteilt, der zum Glück wieder ohne Steven Gätken kommentiert.
21:18 h, Bosnien-Herzegovina
Ein deutlich älterer Mann auch mit Gitarre, dem man anmerkt, dass er eigentlich sonst Bosnisch singt, ein Hiphop-Tänzer, der auch ein Flitzer sein könnte: Zum Lied passt er nicht, aber er ist auch nicht nackt, wir erinnern uns: Vor einem Jahr wurde der Spanier bei seinem „Algo Pequenito“ gestört von einem Flitzer.
21:21 h, Postkartengrüsse von der Insel Rügen
Einstieg mit dem Refrain bringt bei den gegebenen 3 Minuten natürlich eine eingeschränkte Strukturoption, aber es ist immer noch besser, als die Songstruktur, welche sich in diesen magischen 3 Minuten niedergeschlagen hat, zu versuchen aufzulösen: Es geht nicht. Beim Songcontest brauchst Du Strophe, Refrain und kurzen B-Teil, sonst wird das Nix, aber die Dänen starten eben mit dem Refrain, der fast „lalala“-Wert hat, und es ist funktional, das Lied hat aber dadurch fast keine Strophe, immer noch besser als fast kein Refrain.
21:26 h
Litauen singt französisch. Litausösisch? Franzauisch? Dann Ungarn, Diskopop, Shania Twain? Schreckliches „Auf den Refrain Ausgerichte“ und Tänzer mit leuchtenden Hüten, Backgroundsängerinnen mit leuchtenden Kleidern, die singen wie eine Kirchengemeinde, die sich alle am Nebenmann orientieren?
21:33 h Irland, Jedward „Lipstick“
Synthiepop, springende Teenager mit ADHS, bunt, rot weiss, ein wenig White Stripes, Hüpf! Hüpf! Und Mitsinger, damit irgendwo die Melodie erhalten bleibt, das ist alles so saudumm aber eben doch irre sympathisch, zwischen Postpostpostironie und stringentem Grandprixernst.
21:37 h Schweden
Peter Urban glänzt mit nerdigem Insiderwissen: Das Beat-Intro der Schweden erinnere an ein Beat-Intro von Boney M. Gleich wird dieser ganz und gar unschwedische Schwede von rollenden Glasscheiben umschlossen und wird eine der Scheiben einschlagen. Mit ähnlichen Brechstangenmethoden will dieses Lied gewinnen, gefühlte 39 mal kommt das Wort „popular“ vor, schrecklich, weg damit!
21:41 h
„Rockefeller Street“, Estland, Kinderpop erst, aber ganz sicher ein Ohrwurm und doch zu dibbidibbi, um gewinnen zu können, das Lied, wäre es von Kylie, findet Dietmar Poppeling, wäre super, aber man kann eben auch sehen, wie schwierig es ist, Kylie zu sein oder auch nur wie Kylie, diese Estin ist nicht Kylie und wird es auch nicht werden. Wo haben die denn die Blumen her?
Rapintro, und dann kommt Ouzo, versucht sich Griechenland an einer Umstrukturierung der 3 Minuten, aller Ehren wert, aber doch musikalisch zu hibbelich, zu eurodancefolkloristisch.
21:50 h
Consultingpop aus Russland, diese Nummer ist nach dem Ausscheiden der slowakischen Zwillinge der Tiefpunkt des heutigen Abends, bitte bitte Leute wählt nicht diesen Mist. Hinter der Bühne die grösste LED-Leinwand aller Zeiten, aber diese depperten Russen haben noch mal zwei spanische Wände mit LEDs mitgebracht, und dann leuchten auch noch die Schuhe und die Rücken, Milchbubi will auf Launebär machen, Urgh!
21:54 h Frankreich
Frankreich singt nicht Litauösisch oder Franzauisch sondern Korsisch. Mondaufgang wie in einem Vampirfilm auf den LEDs, dann aber kommt die Sonne, LED-Witterungs-Simulation, und der frnazösische Tenor sieht ein wenig aus wie der halb abgeschminkte Jack Sparrow, er könnte aber auch ein zugekiffter Zivi sein, wenn es denn noch Zivis gäbe, aber wer weiss das schon in Zeiten der Atomausstiege nach Laufzeitenverlängerung, und so räume ich diesem orffschen Pop deutlich keine Chancen ein.
21:57 Italien, mein Favorit !!!! (nach Lena natürlich)
22:01 h
Der Greenroom ist wie immer nicht grün sondern pink, und wenn ich da sässe, nachdem ich aufgetreten bin, ich würde mich so hemmungslos besaufen, sorry, und nun die Schweiz, Peter Urban scheint verliebt: „Da ist sie, die Anna!“, und das Lied heisst „in Love for a while“ und ist so ein Ukulelensoftjazz, der sich recht überraschend ins Finale qualifiziert hat, und so muss man sagen, dass der italienische Beitrag nicht so gut funktioniert wie auf YouTube, auf dieser riesigen Bühne, aber Himmel, wer weiss das schon, noch zwei Songs nach diesem, dann kommt Lena mit jenem „taken by a stranger“, das sich für mich noch immer nich tot genudelt hat, was ja schnell passieren kann, aber sie hat es auch nicht ständig dargeboten in dieser Pregrandprixwoche … - „Schweiz, vielleicht mehr als ein Geheimtip“, sagt Peter Urban, der in Anna Rosselini verliebt ist, nun kommen Blue, die, wie wir aus „Love Actually“ wissen, alle kleine Pimmel haben.
22:07 h England, Blue
LEDs-Portraits. „I can“, ein Lied, das nicht so recht entschieden ist, ob es zum Tanzen oder Chillen einladen soll, aber ich habe zu oft „Love Actually“ gesehen und kriege die kleinen Pimmel nicht aus dem Kopf. Wie kann aber allen Ernstes noch diese Boygroupchoreografien zeigen, als wäre die 90er noch in vollem Gange? Das ist doch oberpeinlich! Und das Lied ist dumm, ich mag es nicht, weg!
22:12 Moldau
Zu deren Beitrag meine Frau im Halbfinale sagte: „Sieben Zwerge are going Red Hot Chilly Peppers“. Was machen die eigentlich, wenn wie gewinnen? Passen 42 Teilnehmer in das Land rein?
22:16 h Lena
22:19 h
Lena war merkwürdig lasziv, dezent fatal, wie wir schon erwartet haben, ein wenig wenig Femme könnte man kritisch sagen, aber mit einigen Aufschlägen, Augenaufschlägen zieht sie den von Dietmar Poppeling konstatierten postpostironischen Pop in die Postpostpostironie, wenn man so will: Cmon, it is just Grand Prix, vielleicht. Mh. Mich hat es aber trotz allem nicht völlig überzeugt, dieses knappe, einfache, coole Dasein, mit dem sie letztes Jahr gewonnen hat, das hat sie sicher nicht verloren, das hat sie ja erst auf den Konzerten gezeigt, aber sie hat es in diesem Auftritt bewusst weg inszeniert. Mal sehen.
22:24 Österreich, Nadine Beiler
Stimmlich sicherlich die beste Sängerin bei diesem Contest, diese Stimme hat Format, Bandbreite, aber es bestätigt sich leider der Eindruck, dass der Song refrainlos wirkt, und so wartet man auf den Klimax, den diese Stimme bräuchte, um sich voll präsentieren zu können, aber, Himmel: Singen kann die wirklich wahnsinnig gut, toll! Peter Urban mag sie auch!
22:33 h
Aserbeidschan und Slowenien kann man vergessen. Wie schreibt man Aserbeidschan?
22:39 h
Warum sitzt der isländische Schlagzeuger auf einem Pferdesattel?
22:41 h Spanien
BAILANDO! Wir wollen „Algo Pequenito“ zurück!
22:44 h
Eurovision Sandcontest. Meine Cashews sind wahnsinnig salzig. Und warum singt eigentlich Cameron Diaz für die Ukraine?
22:50 h
Retropop aus Serbien, mag ich, prima Weisswein, genug Lieder jetzt!
22:53 h
Unheimlich schwer zu sagen, wer hier das Rennen macht, während mit Georgien gerade der letzte Teilnehmer singt. Enttäuschend waren für mich wie jedes Jahr England und Frankreich, womit zwei Mitfavoriten für mich aus dem Rennen sind, und so denke ich wirklich, dass Lena weit vorne sein wird, aber nicht gewinnen wird; Favoriten sind für mich jetzt Irland, die roten Hüpfbälle und danach irgendwie Dänemark und Finnland, und fast so wunderbar wie Lenas Englisch ist Anke Engelkes Französisch, und nun kann man eigentlich nur hoffen, dass weder Schweden noch Russland gewinnt, das waren die behämmertsten Beiträge!
23:26 h
Die LED-Wand geht auf, und die Halle wir mit dem Greenroom zu einem Raum. Irre!
Griechenland und England vorne, was ist denn das bitte?
Nun will ich die Punktevergabe geniessen, morgen Analysen …
23:45 h
Peter Urban findet die polnische Moderatorin super. Wir auch.
Aserbeidschan ganz vorne dabei, das Lied habe ich aber vergessen, mh?
00:21 h
Es gewinnt mit Aserbeidschan ein Land, das mein Rechtschreibprogramm nicht kennt und das keiner auf der Rechnung hatte … - eine Überraschung! Ich kann mich an das Lied nicht erinnern.
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