Die grössten Konsensalben aller Zeiten, Folge 02:
4 Non Blondes „bigger, better, faster, more“
Dieses Album erschien 1992. In diesem Jahr war das Ende der Vinyl-Platte scheinbar besiegelt, und wer wirklich noch Pop hören wollte, war, ob er wollte oder nicht, nun auf CDs angewiesen. Da man aber zunächst nicht viele CDs besass und 1992 ein an toller Musik nicht gerade reiches Popjahr war, mag der grosse Erfolg der „4 Non Blondes“ auch daran gelegen haben, dass viele schlicht gewillt waren, sich überhaupt irgendeine CD zu kaufen und man sich also schliesslich für bigger, better, faster, more“ entschied. Künstlerisch wurde das Album natürlich von dem absoluten Superhit überstrahlt, jenes „What‘s up?“, das wochenlang und weltweit Chartsspitzen besetzt hielt. Der Song hatte genügend Sogwirkung, um ein ganzes Album 6 Millionen mal über den Ladentisch gehen zu lassen, und wenn man nun also zwei Marktphänomene anführt, um die Konsensfähigkeit dieses Albums zu erklären, muss man warnen, diese Platte nicht zu unterschätzen. Trotz der teils anbiedernd hittauglichen Melodien atmet die Musik der „4 Non Blondes“ den Rotz und Atem des Rock, Linda Perrys phänomenaler Gesang, das darf man nie vergessen, hat uns damals auch jenseits von „What‘s up?“ umgehauen, und die Platte ist voller staubtrockener Folkrockbretter, von denen sich mancher heutiger weirdo des Nufolk eine Scheibe abschneiden könnte. Um so überraschender, das die „4 Non Blondes“ sich nach diesem Wahnsinnserfolg sofort auflösten. Nach verschiedenen Soloversuchen ist Linda Perry heute übrigens eine der bestbezahltesten Songwriterinnen der Welt. Perry komponierte und produzierte für Christina Aguilera, James Blunt, Britney Spears oder Celine Dion und viele andere.
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