Schlager und Schlager-Ränder

Emotions-Anleihen

Instant-FOMO: Der Helene Fischer-Ticket-Pre-Sale-Wahnsinn

Der Vorverkauf hat begonnen - wenn der Freedom Day abgefeiert, unsere halbjährliche Impfung Alltag geworden und die Ampel-Koalition 16 Monate im Amt gewesen ist, geht Helene Fischer auf große Tournee - 60 Konzerte plant die Eurodance-Sängerin ab Frühjahr 2023 zu ihrem gerade erschienenen Album „Rausch“; und ein Rausch soll auch das Konzerterlebnis werden. Die Show wird ihr auf den Leib geplant - und zwar von niemand Geringerem als dem Cirque Du Soleil. Auf einem Schwan zur Bühne fliegen, inszeniert von DJ Bobo, war gestern. Der Promotext verspricht, dass "Die Erfolgskünstlerin mit ihrer Vielseitigkeit, Wandlungsfähigkeit und ihrem Wagemut einmal mehr Gesang, Tanz und Artistik zu einem Gesamtkunstwerk von ungeheurer Grandezza und Intensität verbindet.“ - klingt als habe die Sache schon statt gefunden. Hier finden also zwei Phänomene zueinander, die immer wieder mal miteinander flirten: Pop und Zirkus. Was sie verbindet ist die zunächst sinn-entkoppelte Hingabe, die auf anderer Ebene wieder mit Inhalt und Emotion aufgeladen werden kann, eine hingebungsvolle Leerstelle, die leuchtet, weil sich ihr hingegeben wird. Wenn Fischer ihre Entgrenzungslyrik in der Melodie eine Quart höher schraubt, werden Trapezkünstler:innen an Schaukeln über die Köpfe des Publikums schweben. Die Menschen werden mit offenen Mündern in den Veltins- und Mastercard-Hallen stehen, denn das wird alles ganz sicher ziemlich erstaunlich.

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Die volle Live-Überwältigung ist dabei eigentlich die visuelle und logische Konsequenz aus dem antiseptischen Entgrenzungs-Pop von Helene Fischer. Als ich von der kommenden Tour las, war ich allein schon von der Ankündigung so eingenommen, dass ich dachte: Da muss selbst ich hin. Obwohl das Ganze erst in eineinhalb Jahren losgeht, setzte bei mir eine Instant-Fear-Of-Missing-Out ein. Himmel! Selbst die Pre-Sale-Paket-Namen sind von lyrischer Promo-Schönheit. Wer sich jetzt schon ein Ticket sichert, der hat die Wahl zwischen dem „Blitz! Early-Entry-Paket“ (ab 249 Euro), dem „Jetzt-Oder-Nie-Hot-Ticket“ (ab 279 Euro) oder dem „Wir werden Eins - Golden-Circle-Paket“ (ab 299 Euro). Egal für welches Package man sich entscheidet, dazu buchen kann man dann noch das „Helene Fischer Collector Ticket im Design der "Rausch - Live" Tour 2023“ - eine Plastik-Karte mit gestanztem Baumwoll-Band, das sicher auch noch mal 30 Euro oder so kostet. Man hat das Gefühl, hier werden nicht Eintrittskarten verkauft - sondern Emotions-Anleihen auf die Zukunft.

Wer das von aussen betrachtet, der findet das sicher befremdlich, aber man hat auch den Eindruck, dass hier ein Scheitern ausgeschlossen wird - wer heute schon so viel Geld für eine Ereignis ausgibt, dass im März 2023 stattfindet, der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch begeistert sein, im März 2023. Es ist dies ein Termingeschäft mit Überwältigung, das man mit der Ticketfirma eingeht, und Helene Fischer ist die Erfolgsgarantin für diesen Kaufvertrag. Man wünscht sich fast, dass man dazu gehört und das auch irre finden und über ein Jahr Vorfreude haben könnte.


Irgendwie, irgendwo, irgendwann

- Ohren auf Deutschpop werfen, Folge 20

Lea. Wer ist denn das noch mal? Auf ihrer Website sagt sie uns: „Ich bin Lea. Ich mache Musik. Schön, dass Du da bist.“ - das finde ich schon mal sympathisch. Lea singt auf ihrem aktuellen Album „Fluss“ über Verletzlichkeit der Liebe, über „Küsse wie Gift“, eine „4-Zimmer-Wohnung“ und „dicke Socken“. Viele der erwähnten Dinge und Topoi stehen hier einerseits für sich, und gleichzeitig sind sie Chiffren, Allegorien für zwischenmenschliche Zustände - der „Swimmingpool“ symbolisiert Unbeschwertheit, die Möglichkeit, eigene LeaVerkrampfungen zu lösen, „Parfum“ markiert die Unbegreiflichkeiten einer interessanten Person, und für ein anderes Du geht Lea durch jedes „Gewitter“. Durch den Hagel an Zweideutigkeiten wirken die Songtexte im Ganzen eines Albums fast schon hermetisch. Damit meine ich, dass in der doch sehr eigenen und eigenartigen Poesie die Lieder auf ihre Art persönlich und nahezu intim wirken, ohne dass ich mich aufgerufen fühle, sie als Hörer auf mich zu beziehen. Das ist aber keineswegs negativ gemeint. Die Songtexte haben in der Summe die Charakeristika einer Kunstsprache, bei der es Spass macht, in sie einzutauchen: „Fahrradklingel klau′n / Du fährst los, ich spring auf / Presslufthammer im Regen / Lachen um unser Leben“ - heißt es zum Beispiel in dem schönsten Track des Albums „L & A“, ein Duett mit Antje Schomaker. Die Musik auf dieser Platte ist freilich ein wenig eintönig geraten - oder vielmehr, sie kann mit der Eigenwilligkeit der gesungenen Texte nicht mithalten: Trap-Anleihen, etwas referenzloser Synthiepop und Piano-Arpeggio-Balladen halten sich die Waage - die Fülle und gleichzeitige Zurückhaltung von Leas Stimme, von ihrer Art zu singen, findet hier nicht immer das Sound-Bett das mit oder dagegen liefe. Dennoch ist „Fluss“ in der Summe eine absolut gelungene Platte - vor allem aufgrund der Texte.

„Vier“ heißt das neue Album von Max Giesinger, es ist auch sein Viertes („Fluss“ von Lea ist im Übrigen auch deren vierte Platte). Giesinger macht im Grunde Popmusik für Menschen, die nicht gerade sensibel darin sind, ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Probleme zu erkennen. Daher muss diese Musik, um überhaupt emotional sein zu können, erst einmal Fehler im an sich fehlerlosen Selbstoptimierungszeitalter benennen, um diese wieder weg zu singen. Zum Beispiel Prokastination. Im Opener „irgendwann ist jetzt“ besingt Max Giesinger also das Aufschieben von Dingen: Eltern besuchen, Maxauf Land ziehen, Handy ins Meer werfen - und so weiter. Vieles will das hier singende Ich irgendwann anpacken, um sich dann selber dadurch zu motivieren, dass dieses Irgendwann irgendwann auch eintreten solle: „Ich will nicht länger warten, bis was passiert / Hab’ hundertzwanzig Fragen, bin scheiß verwirrt / Doch ich fang' endlich an zu glauben, dass alles, was ich brauche / Schon immer in mir steckt, irgendwann ist jetzt / Irgendwann ist jetzt.“ Wo Lea wie beschrieben durch Andeutungen, Codes und Allegorien irgendwann eine Kunstsprache herauf beschwört, genügt sich diese Sprache darin, banalen Alltag auf einer Weise zu beschreiben, dass auch banale Mittel reichen sollten, um die angeblichen Probleme zu lösen; Probleme, die man aber eigentlich auch schon wieder vergessen hat, wenn sie gelöst sind. Fataler Weise ist die Aussage, „Irgendwann ist jetzt“ ja verkehrt rum, denn die Hoffnung ruht ja darauf, dass jetzt endlich besagtes Irgendwann ist - und eben nicht umgekehrt. „Irgendwo da draussen“ ist im gewissen Sinne das gleiche Lied - das Aufraffen wird hier eben nicht zeitlich ins Irgendwann geschoben - sondern örtlich ins Irgendwo: „Irgendwo da draußen in einer andren Stadt / Gibt’s noch ein andres Leben, das ich hier jеtzt grad verpass’ / Würd alles einmal tauschеn, alles was ich hab’ / Denn irgendwo da draußen, da liegst du jetzt grade wach“, und noch zwei Lieder später stehen „Berge“ dem Aufraffen entgegen, die dann, Spoiler-Alert, im Refrain doch erklommen werden: „Ich zieh' los in die Berge, bis ich klarer seh’ / Kletter’ rauf auf die Gipfel, bis mir ein Licht aufgeht.“ - an diesen Zeilen haben sieben männliche Song-Texter herum geschraubt - warum haben die nicht mal alle Lyrics hintereinander weg gelesen oder eine Lektor:in engagiert? Diese Platte handelt derart monothematisch vom „einfach mal machen“, von besagtem Aufraffen - das hätte doch jemandem auffallen müssen. Und dann dieser bestürzend einfallslose Pop-Sound - immer nur Basslauf, Gitarrenlicks, Synthietupfer und die immer gleichen Melodie-Ideen. Man hat das alles schon vergessen, bevor es Eingängigkeit entfaltet.


Der Schalk im Nacken des Vergessens

Neue Platten von Maite und Michael-Patrick Kelly

Die Geschwister Maite und Michael-Patrick, einst Mitglied der in den 90ern absurd erfolgreichen Kelly-Family, veröffentlichen heute beide neue Alben. Zwischen diesen Platten zieht sich ein Panoptikum auf, das auf eine gewisse Weise exemplarisch für die deutsche Poplandschaft als solche angesehen werden kann.  Während Michael-Patrick Kelly auf seiner Platte „B.O.A.T.S“ einen sphärischen Folk-Rock sucht und ihn in Form eines kitschigen Well-Made-Pops findet, Maitehat Maite Kelly das Identitäts-Angebot des Schlagers angenommen und präsentiert auf ihrem Album „Hello“ klassischen Helene-Fischer-Franchise. Zwar sind die beiden Kelly-Platten vom Stil also höchst unterschiedlich, dennoch stehen beide für eine Pop-Spielart, die so nur in Deutschland möglich beziehungsweise erfolgreich ist: Beide segeln im Schlager-Fahrwasser, weil sie Hedonismus mit äusserst unhedonistischen Mitteln predigen.

Das ist per se natürlich nicht verwerflich sondern ein völlig legitimes Mittel, um sich der heutigen, mehr als unübersichtlichen Welt zu nähern, beziehungsweise um akustische Angebote der Ablenkung anzubieten. Was beiden Platten aber abgeht, ist das Augenzwinkern hinter den Popentwürfen, der Schalk im Nacken des Vergessens aller Schwierigkeiten. (Wie das funktioniert, dazu muss man sich unter den heutigen Neuerscheinungen nur einmal eine Platte weiter klicken - in die Guest-Edition von Kylie Minogues letzter Platte „DISCO“: Der hier zelebrierte Sound wird mit derartig ironischer Leidenschaft am Rande der Perfektion vorgetragen, dass es eine Freude ist.) Aber offenbar möchten anders als ich die meisten Pophörer:innen diese campe Durchlässigkeit nicht hören, sondern statt dessen eben die Illusion authentischer Emotion.

Irgendwie kommt mir das abwegig vor, aber dann hört man Maite Kelly diese Strophe des Songs „So lange Sehnsucht in mir lebt“ singen: „Ich leb’ im Schatten der Routine, und man sieht es mir nicht an. Ich lenk’ mich nur ab, Paddykämpf mich durch den Tag, denn irgendwann komme ich an.“ - und dann denkt man: Vielleicht ist das tatsächlich ihre Lebenssicht, vielleicht zeigt sich in solchen Zeilen der Versuch einer tiefschürfenden Klarheit und echten Authentizität. „Für Gefühle kann man nichts, zwischen Wahrheit oder Pflicht“, singt Maite an anderer Stelle, und das lässt mich dann denken, dass ironische Brechung hier einerseits völlig fehl am Platz wäre, andererseits aber vielleicht durchaus Teil dieser Popmusik ist, und ich sie nur nicht höre, weil sie anders verbaut wird, als Kylie Minogue das macht. Auch Zeilen wie „You tell me you're okay / But your voice don't match the words you said“ aus Patrick Kellys Song „blurred eyes“ hat nicht die Doppelbödigkeit, die ich an Popsongs liebe, aber was für mich versatzstückhaft klingt, kann man durchaus auch als gradlinige Ehrlichkeit lesen.

Man kann es nicht aufklären, denn es geht hier um Geschmack, klar. Aber man kann durchaus mit offenen Ohren zur Kenntnis nehmen, dass die beiläufige Relativierung des eigenen Popentwurfs nicht das Mass aller Dinge sein muss. In dem Schlager einer Maite Kelly oder dem Folk Pop ihres Bruders steck irrsinnig viel Pathos und Kitsch. Aber irgendwo kommt der her. Und hat seine Berechtigung, auch wenn das nicht gefällt.

nota bene: Maite Kellys Platte ist schon im März erschienen. Heute neu ist eine Bonus-Edition dieses Albums.


Mobilität und Unvernunftsappelle

Der Popticker bricht das Tabu und bespricht bereits jetzt das neue Album von Helene Fischer

Das in knapp drei Wochen erscheinende Album von Helene Fischer wird „Rausch“ heißen - und als Rausch ist es auch angelegt: 24 Songs bietet das neue Popschlager-Flaggschiff aus dem Hause Fischer, und es sucht also seine Strategie auch in der emotionalen Überwältigung durch schiere Masse. Die Song-Titel sind schon bekannt gegeben, und es ist wohl nicht zynisch, wenn man formuliert: Thematisch hat sich nicht viel getan: „Volle Kraft voraus“, „Null auf 100“,  „Engel ohne Flügel“, „Liebe ist ein Tanz“ „Wann wachen wir auf?“ , „Blitz“, „Luftballon“, „Jetzt oder nie“; „Zeit“ - so heißen die Lieder. Die üblichen Topoi also: Mobilität, Unvernunftsappelle, Diskrepanzen zwischen objektiver und subjektiver Zeit, Himmels-Allegorien und radikale Liebe sind die Themen, aus denen sich der Schlager zusammen setzt, und der sich mit den Mitteln des Pop, die keine so beherrscht wie Fischer, vermarkten lässt. Auch für die musikalische Grenzüberschreitung ist gesorgt, wenn Helene in den Latinopop rein schnuppert und mit Luis „Despacito“ Fonsi „Vamos a marte“ trällert. Auch auf Spanisch wird also das Weltall bereist, Luis und Helene wollen gemeinsam zu Mars marschieren - das Wandern ist des Fischers Lust.

RauschDie Konsequenz, mit der hier funktionale Rezepte durch dekliniert und angewandt werden, ist von von stoischer Präzision - das kann man jetzt schon sagen, wo erst zwei der 24 Songs bekannt sind. Stets ist die Rede von Bewegung, Entgrenzung und eben Rausch, nie kommen musikalische Mittel der Bewegung, Entgrenzung  oder des Rausches zur Anwendung - der Fischersche Schlagerpop definiert sich so durch eine gigantische Maschinerie des rasenden Stillstands. Das hört man der Musik auf der neuen Platte quasi schon an, ohne sie hören zu können - Musik jenseitig der Musik also, und somit ist dies mithin eine Form des Triumphes der Popkultur über ihr häufigstes Genre, der Musik. „Was für ein brillanter Schachzug!“, könnte man konstatieren, ein Werk ohne Werk gar, das freilich den Status des Werkes aufgibt, wenn es erscheint. Was für ein Interruptus es doch wäre, wenn Fischer nun diesen „Rausch“ - sagen wir: aus künstlerischen Gründen - zurück zöge. Und es blieben der Welt von diesem Doppelalbum nur die beiden Lieder mit der gekoppelten Aussage: Lass uns mit voller Kraft voraus zum  Mars gehen. Herrlich.

Aber dazu wird es natürlich nicht kommen - mit Erbarmungsloser Entschlossenheit wird am 15. Oktober „Rausch“ erscheinen und sein wundervoll potentielles Nichterscheinen negieren - das gehört nun mal zum Pop dazu, und wir haben es ja nicht mit Konzeptkunst zu tun, oder vielmehr zumindest mit keiner, bei der das Konzept im Vordergrund steht, weil das Werk hinter ihm zurück steht. Die Fans werden überwältigt sein, die, die, damit nichts anfangen können, werden sich verwundert die Augen reiben und auf den so sicher wie das Amen in der Kirche kommenden Ohrwurm schimpfen, („Warum muss ich das kennen? AAAAH!“) - und Helene Fischer wird in die postpandemischen Arenen Deutschlands fliegen und Celine Dion covern - wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon einen „Asbach Uralt“ wert.


Verschiebung

Max

Ohren auf Deutschpop werfen- Folge 18 /// Max Mutzke ist doch eigentlich stimmlich in der Lage, Soul, Blues und Jazz zu singen - ich komme nicht dahinter, warum er auf seinem neuen Album „wunschlos süchtig“ einem Deutschpop-Sound hinterher läuft, der ihm nichts abverlangt. Die Platte klingt einheitlich weg produziert, man spürt nicht mal eine Band, nix Erdiges - und auch die Texte strotzen nicht gerade vor Einfallsreichtum: „einfach machen, Tag planen, sich zurück Maffaylassen, vermissen, was abmachen, eine Nachricht lesen, gleich zurück schreiben, dich abholen, in deine Arme treiben, Wärme fühlen, keine Spiele spielen - weil wir glücklich sind, weil wir wunschlos süchtig sind“ - ja, das ist schon ganz in Ordnung geschrieben, eingefangen, dass für viele Menschen eine gewisse Lockerheit erreichbar wäre, aber es ist schon auch wieder umgekehrt dieser deutschpoppige Suche nach Unzufriedenheit, eine Suche nach Ungeduld, die auf der anderen Seite dann auch weggedudelt wird. Max Mutzke kann mehr. /// Wer also was Erdiges sucht, der könnte bei Peter Maffay fündig werden - sein neues Album „so weit“  ruht in sich, muss niemandem etwas beweisen und ist ein Blues-Album mit Schlagertexten: „Ein Leben läuft nie wie geplant und nicht nur geradeaus / OttMal läuft es rund und manchmal fliegt man aus der Kurve raus / Mal ist ein Weg gesperrt, mal endet er im Nirgendwo / Mal hat man freie Fahrt und manchmal sieht man nur noch Rot“ - man kann das natürlich blöd finden, fair enough, aber ich sag euch mal was: Mir gefällt das. /// Dass der Schlager ein deutlich offeneres Gesellschaftsbild herauf beschwört, als der klassische Deutschpop sich das traut, ist uns in diesem Blog schon öfter aufgefallen - bestes Beispiel: Die offen lesbische Kerstin Ott. Ihr neues Album „nachts sind alle Katzen grau“ knüpft an dem Konzept eines queeren Schlagers an: „Der Lehrer unter seinem Anzug / Versteckt der Tag seine Tattoos / Die Ärztin hat heut was genommen / Was sie sonst verschreiben muss / Sie tauchen einfach in die Menge / Und die Boxen legen los!“- gut dass es das gibt, hören muss ich es nicht. /// MarkMark Forster hat tatsächlich seinen Sound entschlackt, kaum Pomp, fast minimal klingt sein aktuelles Album „Musketiere“ an der ein oder anderen Stelle, und dann wird es scheuer Blues, Gospel fast - richtig gut ist der Song „Leichtsinn“, der er mit dem Produzententeam Kitschkrieg geschrieben und produziert hat. Hier verschiebt Piano eine in sich gestockte Hammond auf einen Beat rüber - und dann reimt er auch noch fern von Versatzstücken: „Ich hat mal sowas wie Flugangst, doch das verflog dann, als du kamst.“ - diese Zeile hört sich an wie Strophe und wird dann aber als Refrain wiederholt. In diesem reduziertem, sich stets lyrisch wie musikalisch verschiebenden Song zeigt sich großer, eindrücklicher Pop. Überhaupt ist das ein Album von überraschend erhabener Popklarheit.


Kapitänsbinde der Revivalindustrie

Neuester 80er-Trend: Covern

Man fragt sich beim der mindestens vierten Welle des 80er-Revivals allmählich, ob es nicht noch mehr Dekaden gibt, die sich re- oder upcyclen liessen. Aber naja: Die 50er sind dann doch schon zu lang her, die 60er fallen wegen ihrer Unschärferelation im Verhältnis zu den 70ern aus dem Kult-Raster und sind mit zum Beispiel der Rockabilly-Bewegung oder dem nachhaltigem Erfolg der Beatles oder der Stones zudem konstant manifestiert erinnert, die 70er bis zu den 90er sind die großen Poptalgiezugpferde, und alles, was danach kam, ist noch nicht lang genug her, um rückblickenden Konsens darüber zu erzielen, was an den Nullern oder Zehnern so prägend war, dass man es nun aus dem Kühlschrank holen könnte - auch wenn man sich bei der so genannten „Class of 2005“ (Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs, Arctic Monkey) allmählich zaghaft an Reissues versucht.

Mist

Zweifelsohne aber tragen die 80er tragen immer noch die Kapitänsbinde der Revivalindustrie, und nun rückt offenbar das gezielte Covern von Hits aus der Zeit von Magnum, Zauberwürfeln und Schulterpolstern in den Fokus der steten Revitalisierung: Gleich drei Konzeptalben aus den letzten Wochen tun dies, und um es gleich vorweg zu sagen: In zwei von diesen drei Fällen ist das Ergebnis entsetzlicher Mist.

Von Alex Christensen und seinem angeblichen Berlin-Orchestra blieb das zu erwarten - diese unselige Verbindung hat bereits auf drei Alben Songs der 90er, in denen der Produzent Christensen musikalisch zuhause ist, in Orchestermusik übersetzt, was überraschender Weise meist kaum zu hören war, denn was an Orchester eigentlich dazu erfunden wurde, hat man dann wiederum durch billige Beats und gestauchten Breisound wieder hinfort produziert, so dass die neuen Versionen der Eurodance-Klassiker kaum anders klingen, als die Originale - Ergebnis also: nervige Lieder werden mit großen Brimborium nicht verbessert. Nun hat sich Herr Christensen also die 80er vorgenommen, und wenigstens hat er jetzt also großartige Lieder, von denen er das Niveau aber nicht halten kann - wer es hinbekommt einen der größten, schönsten, erhabenen Songs der 80er, der Popmusik als solcher gar, „Smalltown Boy“ von Bronski Beat klingen zu lassen wie einen matschigen Möchtegern-Lloyd-Webber-Song, der hat nicht nur Lafeeversagt, der hat sich schuldig gemacht. Und Ronan Keating, der das „singt“, dem gebührt fortan Berufsverbot. Und Alex Christensen sowieso. Das Album „Classical 80s Dance“ bitte canceln.

80er-Hits übersetzt hat auch Ex-Teenpopstar LaFee - und zwar im sprachlichem Sinne: Sie singt Madonna, Nik Kershaw oder Alphaville auf Deutsch. Sinniger Weise heißt das Album, auf dem sie diese Songs versammelt, „Zurück in die Zukunft“. Wobei das „Zurück“ in diesem Falle den Status von Doppeldeutigkeit erlangt, denn ihr 80er-Projekt ist gleichzeitig ihre erste Veröffentlichung von Musik nach zehn Jahren. Nun wissen die meisten Leser meines Bloges sicher nicht, wer das ist, LaFee, und um ganz ehrlich zu sein, der Autor dieses Bloges wußte Olsendas bislang auch nicht, aber damit ihr jetzt nicht googlen müsst, habe ich das mal getan: LaFee war ein Teenpopstar, der im von Viva und der Bravo geebnetem Fahrwasser von 2006 bis 2011 deutschsprachigen Poprock veröffentlichte - ein Image-Entwurf irgendwo zwischen Avril Lavigne und Helene Fischer, auch wenn die beiden in der Hochphase von LaFee noch nicht all zu bekannt waren. Nun schaut sie also in erwähnt doppeltem Sinne 10 bzw. 30 Jahre zurück, und wer macht diesem Ex-Popstar nun für dieses Vorhaben wohl ein Identitätsangebot - klar der Schlager. (Dessen Identitäten anbietende Strategie ich kürzlich < HIER > versucht habe, zu erläutern.) Der Spagat zwischen Schlager und Dekaden-Revival funktioniert überraschend gut - hier greift meine These von Pop, in dem man das Neue wieder-erkennt, vorzüglich, denn wir meinen Eurodance-Schlager zu hören und merken dann: Hoppla, das ist ja Cyndi Lauper („Wenn du fällst, lass dich fallen, ich steh’ hinter Dir / Zeit heilt die Zeit“). Oder man erkennt in den Zeilen „Und wenn der Regen auf uns fällt, wirst du mein Regenbogen sein“ plötzlich Pia Zadora und Jermaine Jackson - Freunde der Nacht, versteht mich nicht falsch, wenn ich sage, dass das Ganze funktioniert, das ist schon auch ziemlich furchtbar, was LaFee hier macht, aber funktionieren tut es.

Wirklich toll aber ist die kleine, feine EP „Aisles“ von Angel Olsen, die fünf 80er-Songs Sphäre, Zuseligkeit und fiebrige Unzufriedenheit abringt - mit 5 Liedern manifestiert sich ein klarer Popentwurf, der erkennen lässt, was Angel Olsen aus dem 80ern interessant findet, und wie sie das ins Heute singt. Ihre Version von Billy Idols "eyes without a face" zum Beispiel, für mich das gelungenste Cover auf dieser schönen Platte, malt in surrealer Einsamkeit eine schöne Pop-Perle auf die 80er-Leinwand. So schau ich gerne zurück.


Dynamit in meinen Händen

Ein paar Gedanken über den Rockschlager von Marina Marx, angesungene Dus und den Gatekeeper Silbereisen

„Sind das nicht die ungebremsten Höhenflüge? Die impulsiven Entscheidungen? Und legendären Fehler, auf die es im Leben ankommt?“ - das fragt sich - und uns - Marina Marx im Video zum Titelsong ihres Albums „der geilste Fehler“. Man sieht schon an dieser titelgebenden Fragestellung: Es ist dies der alte Affe Widerspruch der Schlagermusik: Enthemmung, Spontanität und Normabweichung wird glorifiziert mit gehemmten, unspontanen und genormten musikalischen Mitteln. Zu diesem dem Schlager innewohnenden Widerspruch kommt im Falle von Marina Marx noch ein weiterer hinzu: Tonangebendes Instrument im Sound ihrer Musik ist die Stromgitarre, und dennoch handelt es sich nicht Gitarrenmusik. Man könnte sogar eher konstatieren: Aufgrund dieses Dualismus im Klangbild wird Pop draus. Vielleicht ist ein wie auch immer gearteter Widerspruch gar konstatierend für Pop - „das Neue wieder-erkennen“ ist ja auch so einer. Diese Prämisse aber weiter gedacht hiesse dann sogar, dass Rockschlager „bessere“ Popmusik als Deutschpop ist - oder eben poppigere Musik als nicht widersprüchlicher Deutschpop á la Menschen, Leben, Tanzen, Welt - aber das nur nebenbei.

Bildschirmfoto 2021-08-10 um 09.05.38Erstaunlicher Weise ist der Schlager ja heutzutage auch offener und diverser als so manch anderer Popentwurf, und was die Songtexte betrifft, liegt dies vor allem an der vermehrten Verwendung des geschlechterneutral angesungenen „Du“. Marina Marx macht das auch so in besagt geilem Fehler. Es geht um einen anderen Menschen, und um das nicht ganz einfache Verhältnis zu diesem: „Du warst der geilste Fehler meines Lebens / Warst wie Himmel und Hölle / Wie Feuer im Regen / Du warst wie Dynamit in meinen Händen / Doch ich würd's wieder tun / Auch wenn ich weiß, du bist kein Engel.“ In dem Video ist das das Du zwar ein Mann, aber im Song selber wird das offen gelassen, und dieses offene „Du“ wird in 11 von 12 Liedern auf dem Album von Marina Marx um be- und angesungen, und immer auch ist dieses „Du“ als fatal, verstörend und zerstörerisch und gerade darin verführerisch beschrieben - fast könnte man sagen, „Der geilste Fehler“ ist ein Konzeptalbum über eine Liebe am Rande der toxischen Beziehung

Drittes Signature-Merkmal im Klang-Erscheinungsbild der Musik von Marina Marx ist der für den Schlager leicht raue Unterton in ihrer Stimme - auch hier kommt Rock durch. Überhaupt haben Röhre und E-Gitarre, beide Rock-Elemente also, ihr den Vergleich mit Ben Zucker beschert, der mit zwei Alben als das Flaggschiff des Rockschlagers gelten darf. Marx wie Zucker, tolle Nachnamenskombination übrigens, stehen in diesem Sinne auch für einen Schlager-Entwurf, der sich nach Deutschpop sehnt, und der es aus genannten Gründen mehr ist, als er glaubt zu sein. Deutschpop umgekehrt darf ja niemals zugeben, auch im Schlager Hörer:innen mitnehmen zu wollen - all die Giesingers, Bendzkos und Forsters suchen verzweifelte Sporen anderer Musikrichtungen. Das müssten sie im Übrigen gar nicht, denn der Schlager ist das letzte verbleibende Genre der Popmusik, das noch durch Gatekeeper beschützt wird: Die Fernsehshow. Wer bei Silbereisen auftritt, hat es geschafft.

Und wer es dorthin schafft, der macht - bei aller Offenheit, die der Schlager sich gibt - keine Musik, die wirklich abheben will. Die fatale Beziehung, Enthemmung, Spontanität und Normabweichung sind Fiktion, eine Illusion in einer Entertainmentmaschinerie. Da helfen auch Sporen von Rock nicht.


Retro-Techniken für die Nuller

Die No Angels leisten Pionier-Arbeit

Die No Angels, die großen Künstlerinnen des Gewesen-Seins, des No Angels-gewesen-Seins, um genau zu sein, haben einmal wieder den Aggregatzustand des Seins, des No-Angel-Seins, um noch genauer zu sein, angenommen - sie sind zumindest temporär keine Ex-No-Angels mehr. Anlass dieser Schubumkehr raus aus dem Popstar-Ruhestand ist das 20-jährige Jubiläum ihres Debut-Albums „Elle’Ments“, von dem nun eine Celebration-Version erschienen ist. Auf dieser, sinniger Weise „20“ benannten Zusammenstellung finden sich freilich auch Songs jenseits der Elle’mente der Girlformation wieder, weshalb es eigentlich mehr ein Best-Of-Album als eine Wiederauflage des Debüts ist. 

EllemeDie No Angels haben also die entsprechenden Songs noch einmal aufgenommen und / oder remixen lassen: Sie haben die Stimme von Vanessa Petruo heraus gerechnet (denn Petruo arbeitet derzeit als Neurowissenschaftlerin an der University Of Southern California und hat dem No-Angels-Sein und dem Ex-No-Angels quasi auch adieu gesagt), sie haben die Teeniepop-Elemente der Originale ein wenig entschlackt und die Lieder insgesamt ein wenig entzuckert, um sie weniger gealtert erscheinen zu lassen. Sehr viel mehr Ideen hatte man für die Neuversionen nicht, aber die braucht es ja vielleicht auch gar nicht. Das Album ist als Retro-Projekt angelegt und organisiert: Menschen möchten das, was ihnen einst etwas bedeutete, wieder hören, ohne daran erinnert zu werden, selber 20 Jahre älter als 2001 zu sein. Das ist ein normaler Re-und-Upcycling-Prozess des Retro-Industrie-Zweigs der Popkultur.

Man könnte konstatieren, dass der Schwerpunkt des Retro-Hypes sich derzeit in zwei Richtungen wieder raus aus den 90ern bewegt: Die Reise geht zum gefühlt dritten Mal zurück in die 80er, während dem das Album „20“ der No Angels das Retro-Tor in die Nuller aufstösst. In diesem Sinne wird hier vielleicht auch Pionier-Arbeit geleistet, denn die Popkultur hat für die 80er und die 90er bereits Codes, Chiffren, Sounds und Reflexionsmuster heraus gebildet, einen Werkzeugkoffer also für kollektiv-popkulturelle Gedächtnisräume. Aber für die 00er gibt es diese Retro-Techniken noch nicht. In diesem Sinne ist No Angels’ „20“ mehr die Fragestellung, wie man es machen kann, als eine umfassende Blaupause für zukünftige Retro-Produkte des Nuller-Jahrzehnts. 

Album_No_Angels_20_coverNatürlich würde man „Elle’ments“ auch zu viel der guten Popverantwortung aufbürden, wenn es als wegweisendes Album der Nuller bezeichnen und als solches in die Retro-Küche schicken würde. Aber zumindest was Castingshows anbelangt, die zweifelsohne ein prägendes Element der Nuller waren, sind die No Angels im deutschen Raum einzigartig: Keine Castingformation oder irgendein Solokünstler hat besseren oder erfolgreicheren Bubble-Pop zustande gebracht. In Zusammenarbeit mit entsprechenden Produzenten und Hitschreibern (ich habe nachgeschaut, es sind leider nur Männer) wurde hier handwerklich stimmig der von Frauen repräsentierte und gesungene, von männlichen Produzenten geprägte RnB-Pop aus den USA nachgebaut. Und so markiert diese Platte durchaus auch den Beginn des Popjahrzehnts - in die 90er passten und passen die No Angels auch nicht mehr rein.

Dementsprechend wirken die teil-entschlackten Neu-Versionen vor allem dann pfiffig, wenn die Reduktionen nicht die damals schon zitierten Sounds und Beats betreffen. Bei der ein oder anderen Neuversion muss man sich fragen, warum man schon damals zitierte Elemente von „Elle’Ments“ für die Neufassungen weggelassen hat, weil man das Gefühl hat, gerade sie sind für sich schon retro. So klingt denn zum Beispiel die Celebration-Version von „Feel Good Lies“ deutlich muffiger als das Original - die an Timbaland erinnernden Zwischen-Beats, die zusammen-gestauchten, Destinys-Child-artigen Chöre machten die Single damals zu einem der besten No Angels-Songs überhaupt, während die nun erschienene Überschreibung öde und leer klingt.

Aber summa-summarum muss man dem heute erschienenen Jubiläums-Album attestieren, als das, was es sein möchte, zu funktionieren, und vor allem fällt auf, dass die No Angels und ihr Popentwurf selbst aus heutiger Sicht angenehm divers sind. Man kann sich gut vorstellen, dass die vier Sängerinnen im gerade beginnenden Popjahrzehnt ihren Platz finden.


Du kannst jederzeit zu uns kommen!

Der Schlager macht Popstars zunehmend Identitätsangebote

Vielleicht ist es eine Momentaufnahme und noch kein Trend, aber derzeit scheint das, was man im Allgemeinen Deutschpop nennt, zurück gedrängt: Waren noch vor gut ein, zwei Jahren die Charts von deutsch-sprachigem Pop durchdrungen, herrscht heute in diesem Genre-Segment ziemliche Leere. Fast könnte man eine Parallele zur Neuen Deutschen Welle, zur NDW in den

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Ausverkauf NDW

80er ziehen: Die Aufbruchsstimmung verkam zum ideenfreien Franchise, und die Folge war eine Inflation, bis der Markt schließlich kollabierte. Inzwischen haben wir auch eine Szene mit etlichen Menschen, die unter ihrem Vornamen mit Ouh-Oh-Chorischen Flächenpop den Markt überschwemmen, und schon jetzt muss man befürchten, dass von diesem Heer an Musiker:innen nur die Erfolgreichsten bleiben werden - Mark Forster würde dann, was Nena zur NDW war, während einer so großartigen Songschreiberin wie Antje Schomaker das Schicksal von Ina Deter droht?

So weit ist es sicher noch nicht, und die Situationen sind auch nur zum Teil vergleichbar. Das, was wir heute NDW nennen jedenfalls, war im gewissen Sinne auch der Postpunk der BRD, eine Subversion, welche die Popkultur und den Schlager mit Unsinn und Widerstands-Geist unterwanderte. Daraus entstanden so groteske Situationen wie die, als Dieter-Thomas Heck sich weigerte, eine harmlose Band wie „Geier Sturzflug“ und ihre zweite Single „Besuchen Sie Europa, so lange es noch steht“ anzusagen, weil ihm das zu frech war. (Wirklich politische Bands oder gar Punks wie Fehlfarben, Hansa-A-Plast oder Extrabreit schafften es freilich gar nicht erst in die ZDF-Hitparade.) Dementsprechend aufrührerisch und aus heutiger Sicht historisch wirkte es dann, wenn Trio ihren Dada-Punk-Pop in eben dieser Sendung aufführten. Während also vor 40 Jahren Pop im Geiste des Punk Schlager enterte, fehlt dem Deutschpop dieses beginnenden Jahrzehnts jeglicher aggressive Gestus, um sich der umgekehrten Unterwanderung des Schlagers zu erwehren. Der Schlager hat sich geöffnet, und Pop war darauf nicht vorbereitet.

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Relevanter Rant

Dass der deutschen Popmusik der Schlager auf die Pelle gerückt ist, daran ist diese Popmusik letztlich selber schuld. Sie hat, wie Jan Böhmermann in seinem bis heute relevanten Rant und dem damit verbundenen Song „Menschen Leben Tanzen Welt“ gezeigt hat, einen Setzkasten an musikalischen und lyrischen Stilmitteln heraus gebildet, der der Gleichförmigkeit des immanenten Konservatismus im Schlager in nichts mehr nach steht. (Was wiederum doch auch wieder eine Parallele zur NDW sein mag, die erodiert ist, nachdem ihr ursprüngliches Kapital, die Phantasie, zur Regelsammlung verkam.) Die Nähe zwischen zwei Genres, deren Trennschärfe eigentlich der Pop kultivieren sollte, gibt dem Schlager wiederum die Möglichkeit, nicht ausreichend erfolgreichen Interpret:innen der Popmusik Identitätsangebote mit seinem Spielregeln zu machen.

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Angebot angenommen:
Ben Zucker

Und es gibt diese Angebote, und zwar sowohl an Sänger:innen, die neu sind und noch keinen Popentwurf heraus gebildet haben, ebenso an Intererpret:innen, die im Pop schon mal erfolgreich waren oder sogar noch sind. Für die erste Kategorie gibt es das Beispiel Ben Zucker, dessen neues Album „jetzt erst recht“ gerade recht erfolgreich ist - Zucker ist in seiner Rockattitüde eigentlich prädestiniert dafür, Deutschpop im besten Sinne zu singen, aber irgendwie reicht es dafür nicht, und so biegt er seinen Popentwurf in Richtung Schlager, welcher ihm aufgrund dieses Zugeständnis eben einen Platz in seinem Kreis anbietet: Seien Sie doch bitte, Herr Zucker, ein wenig wie Hans-Hartz, aber nehmen Sie auch Gitarren rein, denn die weißen Tauben sind noch lange nicht müde. Zucker singt also mit schlagerschem Emotions-Tremolo und Whisky in der Stimme eine Art rück-authentifizierten Schlagerpoprock, und als hätte Böhmermann nie statistisch die Häufigkeit der Begriffe Menschen, Leben, Tanzen und Welt in der Deutschpoplyrik konstatiert, so heißen denn die ersten drei Lieder auf erwähnten Zucker-Album: „Guten Morgen Welt“, „Bist Du der Mensch“ und „Das ist nicht das Ende der Welt“.

Ähnliche Identitäts-Angebote für Interpretinnen macht der Schlager in Falle von zwei Comeback-Versuchen ehemaliger Popstars: Da sind zum Einem die No Angels, welche die Neuauflage ihres ersten Hits „Daylight in your eyes“ kürzlich in der TV-Show
„Schlagerchampions - Das große Fest der Besten“ zum Besten gaben. (Am Bühnenrand tanzte Ross Anthony, der wie die No Angels einst als Popstar durch die Sendung „Popstars“ Erfolg hatte, und und sich heute als Schlagersänger verdingt. Ebenso wie Giovanni Zarrella, sein ehemaliger Bandkollege bei „Bro’sis“, der derzeit in den Charts mit einer bi-lingualen

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Blümchen in Gold

Songsammlung  instant-italienisches Lebensgefühl in Musikform verkauft.) Da ist zum Anderen Jasmin Wagner, die einst in den 90ern als Blümchen bekannt war. Nach ihrem ersten Comeback-Versuch 2006, mit an sich ganz charmanten deutschsprachigen Chansons, die sie mit Bernd Begemann schrieb, erscheint nun in Kürze ein Schlager-Album, dessen Titelsong „Gold“ bereits die Richtung vorgibt: Eurodance mit viel goldener Haut und einem, mit Verlaub, selten dämlichen Text: „Gold! Ein Herz aus Gold / hab’ ich immer schon gewollt.“ - nun ja.

Man könnte also sagen, dass der Schlager denjenigen, die aufgrund der Deutschpop-Inflation hinten runter zu fallen drohen, Ablösesummen bietet und mit Handgeldern wedelt. Vom Gestus her ist das sektengleich: Du kannst jederzeit zu uns kommen. Bei manchen schlagen diese Angebote dann voll durch, siehe die bisher genannten Interpret:innen, wieder bei Anderen bleiben Hintertüren im Popentwurf - man höre sich einmal das aktuelle Album von Sarah Lombardi an. Es heißt „im Augenblick“ und hat somit schon einen klassischen Topos des Schlagers UND des Deutschpops im Titel (Kairos und Ewigkeit), und es klingt in seiner synthetischen Beiläufigkeit anschlussfähig an beide Genres, mit denen wir uns heute beschäftigen. Man höre dazu dann einmal im Vergleich

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Augenblick mal

die aktuelle Single von Mark Forster und Lea, den Song „Drei Uhr Nachts“, in dem die titelgebende, nächtliche Uhrzeit symbolisch für die Einsamkeit  der oder des Singenden steht. Bösartig gesagt ist dieser Song ein Paraphrase auf den Signature-Hit von Helene Fischer. Zumindest ist der Topos Nacht ähnlich eindimensional verwendet wie im Schlager. Die Charakteristika, mit denen sich Lombardi, Forster und Lea noch vom Schlager abheben, sind Nuancen. Wer sich einmal durch den Sampler „Ich find Schlager toll 2021“ klickt, der merkt wie entgrenzt sich dieses traditionell eigentlich verharrend und bewahrende Genre geriert: Rockgitarren, pseudonordische Mystik, queere Thematiken, Mittelalter, Klimaschutz und Techno - eine bunte Wiese der Möglichkeiten, und doch klingt alles recht einheitlich.

Wer Pop auf Deutsch singt, der muss sich also was einfallen lassen, um die verlockenden Angebote aus dem Nachbar-Genre auszuschlagen. Geschieht dies zu wenig, droht dem Deutschpop der Kollaps wie einst der NDW.


In die Ferne zurück schweifen

Ein paar Gedanken zum Mittelalter-Rock anlässlich einer neuen Platte von „dArtagnan“

DartagnanWo wir es ja gerade einen Post weiter oben von Subsubgenres auf Spotify hatten, die mehr auf algorithmischen Prinzipien fussen, bekommen wir es heute bei mit einem durchaus musikalischen Subsubgenre zu tun (oder Subsubsub?). Hinter dem zudem, laut Eigenaussage der betreffenden Band, eine philosophisch-ideologische Grundhaltung steckt - die  Rede ist hier vom Musketier-Rock. Erfunden hat diesen die Band „dArtagnan“, und die erwähnt philosophisch-ideologische Grundhaltung ist, ihr ahnt es, der Schlachtruf der Musketiere: Alle für einen, einer für Alle. Was immer das nun musikalisch bedeuten mag. Grundsätzlich ist der Musketier-Rock natürlich eine Spielart des Mittelalter-Rock, um nicht zu sagen: Gleicher Met in alten Schläuchen - die meisten Mitglieder der Band spielen denn auch in anderen Mittelalter-Kombos, zum Beispiel bei „Feuerschwanz“, mit denen ich mich hier im Blog auch schon beschäftigt habe - < hier >. Im Klangbild von „dArtagnan“ hört man zwar nicht so viele mittelalterliche Instrumente wie bei anderen Vertreter:innen dieses überaus erfolgreichen Subsubsubgenres, aber die mummenschanzische Verankerung in der Ritterzeit funktioniert im Sound des reinen Rock klassisch über die Scharniere mittelalterlicher Melodien und einen entsprechenden Wortschatz, aus dem sich die typischen Songtexte eines Mittelalter-Songs bauen lassen: Wetter, Feuer, Gelage, Zusammenhalt, Blut und Durchhalteparolen. Daraus ergeben sich dann hübsch doppeldeutige Singalongs: „Heho, denn wir sind Glücksritter!“ oder „Wer nicht kämpft hat schon verloren, wer nicht fällt, steht nicht mehr auf.“ 

Erstaunlich an dieser Musik ist, dass sie ihr eigenes Regelbuch mitliefert - die Formel aus den genannten Zutaten eine Musik zu brauen, ist weitest gehend immer dieselbe, und diese Musik ist in diesem Sinne wie meistens im Pop im Grunde bewahrend, konservativ. Verblüffend ist, mit welchem Feuereifer diese Formel in Musik umgesetzt wird, und wie musikalisch versiert man in diesem Subsubsubgenre also zu Werke geht - auch bei „dArtagnan“. Im Mittelalter-Rock ergibt sich daraus im Allgemeinen ein augenzwinkernder Bierernst, der sich, wie schon öfter über andere Mittelalterbands in diesem Blog beschrieben, trefflich ironisch Bildschirmfoto 2021-03-29 um 18.19.27deklinieren lässt. Im Fall von „dArtagnan“ und ihrer neuen Platte „Feuer & Flamme“ ist verblüffend, mit welchem Ernst sie ihren Musketier-Rock zelebrieren. (Ich habe schon überlegt, auch eine Musketier-Rock-Band zu gründen. Arbeitstitel: porThos. Das wäre der zweite Vertreter in diesem Segment, auf dem also noch Platz ist.) Jedenfalls verschwimmt durch die ironische Distanz zum überzeugtem Ernst der Eskapismus, der dieser Musik natürlich trotzdem innewohnt. Man wird gleichzeitig woanders hin mitgenommen und zurück geschickt. Oder anders gesagt: Die Refrains mit Mitgröhl-Charakter holen die entrückten Hörer:innen dann auf den Boden der heutigen Tatsachen zurück. Mithin ist diese Musik also keinesfalls so unterkomplex, wie man im ersten Moment denken mag.

Trotzdem ist es schwierig, ein Anliegen der Band zu erspüren, das über die ja letzten Endes abstruse Idee, Musketiere Rock spielen zu lassen, hinaus geht. Vermutlich ist aber genau das Zurückholen in die Jetztzeit mit erwähnten Singalongs, die mithin oft Durchhalteparolen sind, Grund genug, sich für diese dadurch weniger abstruse Musik zu ereifern - musizierender wie hörender Weise. Und das ist ja auch durchaus ein erstaunlicher Popeffekt, vielleicht sogar ein konstatierender im Allgemeinen, wenn das Ferne, in die Popmusik entführen kann, nicht das Mittelalter sein muss. Vielleicht also ist Musketier-Rock letzten Endes genauso wenig abwegig wie Gangster-Rap.


Metlife-Crisis

Ohr auf Deutschpop werfen - Folge 14: Neue Alben von Ina Müller, Klan, Ansa Sauermann, Feuerschwanz, Clueso und Saltatio Mortis

Feuer„Die Hörner hoch - auf gute Tage, wenn Thor den Hammer schwingt/ ruft all die Götter zum Gelage, wo der wahre Met entspringt!“ - so beginnt das neue Album der Band „Feuerschwanz“, die innerhalb des ohnehin schon seltsamen Genres „Mittelalter-Rock“ eine noch mal seltsamere Stellung einnimmt. Mann kann diesen randseitig erscheinenden, aber überaus erfolgreichen Popentwurf, Mittelalter und Rock zu fusionieren, grob in zwei Spielarten unterteilen: Die Bands, die das, was sie tun, mit heiligem Ernst betreiben, und diejenigen, die augenzwinkernde Ironie an den Tag legen - Feuerschwanz sitzen zwischen diesen beiden Stühlen: Sie betreiben heiligen Ernst mit vulgärer Ironie. Gegründet ist die Band eigentlich als Antwort auf die Humorfreiheit der Mittelalter-Szene, aber wenn man sich die Videos des neuen Albums „Das Elfte Gebot“ anschaut, ist man nicht mehr ganz sicher, auf was für eine Veranstaltung man hier eingeladen ist - ein wenig wirken Musik, Outfits und Storylines der Kurzfilme, als sei dieser Formation die ironische Überzeichnung des Mittelalterkonzepts hinten rum wieder in einen apoditktisch ernsten Eskapismus gekippt. So als sei das titelgebende elfte Gebot der Leitfaden zum Anschluss an eine Szene, die nicht verspottet werden möchte. Was wiederum schwierig ist, wenn sich die Drehleierspielerin der Band „Johanna von der Vögelweide“ und der Flötist „Prinz Hodenherz“ nennt. Diese Band übt in ihrer vollkommen rätselhaften Beklopptheit einen eigenartigen Reiz aus.

SaltaDie Kapitäne der Mittelalter-Rock-Szene sind „Saltatio Mortis“. Sie sind vielleicht ein wenig weniger seltsam als „Feuerschwanz“ und gehören auch eher zum „ernsten“ Lager des ritterlichen Rocks. Weitgehend ironiefrei versucht diese Band ihre Musik auch in der Jetztzeit zu verankern, indem sie gesellschaftliche bis politische Themen aufgreifen „Im Fernsehen läuft nur noch Weltuntergang / Hunger, Krieg, Korruption und Super-GAU / Was ich als Armageddon kenn', bringt mir heut wieder die Tagesschau / Was ist hier los, wo führt das hin? / Die ganze Welt dreht sich nur noch um Moneten/ Und ein Haufen irrer Clowns, völlig skrupellos, spielt mit Atomraketen“ - so hört sich das textlich an, und musikalisch zudem heben sie eine Punk-Attitüde unter. Wie darin klassisch mittelalterliche Melodielinien der Dudelsäcke, Drehleiern und Fiddeln von den metallischen Power-Riffs ablenken, hat ein Mass an Professionalität erreicht, die angesichts des Sub-Genres, wenn man es nicht gut kennt, relativ verblüffend wirkt. Im Fahrwasser dieser Virtuosität hat es der Sänger dieser Band, Jörg Roth, fast schon zu einem Popstar gebracht - seine Live-Gesten umarmen die Welt, und wer glaubt, diese Musik sei ein randseitiges Phänomen, dem sei nur rasch gesagt: Die letzten vier Platten von „Saltatio Mortis“ haben die Spitze der deutschen Charts erklommen. Das aktuelle Album „für immer frei“ kommt besonders komprimiert auf den Punkt - die Produktion katapultiert ein einheitliches rockistisches Klangbild ohne viel Details, Cluein dem die angesprochene Virtuosität zu wenig zur Geltung kommt. Ihr vorletztes Album, „Brot und Spiel“, kam filigraner daher. Aber das wird der Hingebung der Fans keinen Abbruch tun - diese Band wird sehr geliebt. Und auch wenn ich nicht sehr viel damit anfangen kann: Durchaus zurecht.

Dass eine Musik derart amplitudenfrei zusammen gestaucht wird, das hat auch Clueso auf seinen neuen EP „aber ohne dich“ geschehen lassen. Leider aber sind ihm auch musikalisch die Feinheiten abhanden gekommen: Die vier Lieder auf dieser Veröffentlichung sind Allerwelts-Deutschpop fern der cluesoisch ironischen Melancholie, einfallslos daher musiziert und einer EP irgendwie nicht wert. Und wer nach „Menschen Leben Tanzen Welt“ ein Lied noch „tanzen“ nennt, da weiß man auch nicht. „Nein, es ist gar nichts okay (okay) / Für mich ist es sitzen bis spät (spät) / Für dich Disko-Realität / Ich warte, dass du ma' was sagst, doch / Klan Du musst tanzen Du musst tanzen.“ - in der Ferne ein Sinn. So ein guter Musiker, aber was hat ihn da geritten?

Das Popduo „KLAN“ hat offensichtlich eine produktive Phase - gerade erschienen ihre beiden EPs „Winterseite“ und „Sommerseite“, die mit je acht Songs schon fast LPs sind, da haben sie für Mitte Dezember deren Bündelung zu einem Doppelalbum mit ingesamt 21 Songs angekündigt. Da soll noch mal einer sagen, junge Pop-Formationen dächten nicht in Alben. KLAN verfolgen einen recht abwechslungsreichen Popentwurf mit Folk-, Soul- und Synthie-Elementen, der durch lässige Beats gebunden und mit stoffeliger Lofi-Attitüde dargeboten wird. Man wird das Gefühl aber nicht los, dass Ideen und Know-How der beiden jungen Männer noch nicht ganz ausreichen, um diesen reichhaltig skizzierten Pop auszuformulieren. Dennoch hege ich Sympathien für diese Musik, weil die sehr hohen Ansprüche auch immer wieder mit merkwürdig ehrlicher Ironie abgefedert werden („Mein Label hat gesagt, ich sollte mal zu TikTok gehen:“) Zudem gelingen Balladen wie Dance-taugliche Gassenhauer. Ein bisschen Zeit braucht das Duo noch, aber in Zeiten, in denen die „Musikindustrie“ anfängt sich Bands zu leisten, die Zeit brauchen, ist das ja sogar beruhigend.

BAnsalues mit orchestralem Pathos und deutschen Texten, der hin und wieder nach einer brauchbaren Rio-Reise-Cover-Band klingt, diesen merkwürdigen Spagat bekommt der Dresdner Ansa Sauermann hin, und damit nicht genug hat der Wahlwiener auch ein wenig Austropop in seinen Popentwurf integriert. Das Ganze klingt auf dem neuen, zweiten Album „Trümmerlotte“ trotz oder gerade wegen der Vielzahl hörbarer Einflüsse angenehm homogen und bierfreudig. Die dazugehörigen Texte sind hin und wieder ein wenig wie die Überwindung von Teenage-Angst eines Midtwenties, aber irgendwie funktionieren sie auch: „Ich steh' so da und mache mir Gedanken / Gedanken, die mich langsam isolieren / Vom zu viel Denken, kann der Schädel leicht erkranken / Das lass' ich besser sein.“ - ein Album, das InaFreude macht und immer bei sich bleibt und gerade deswegen auch über sich hinauswächst. Nice.

Drei Lieder gibt es bislang vom kommenden Album von Hamburgs Nachteule Ina Müller, und alle diese drei Lieder wirken ein wenig wie eine Brigitte-Kolumne. Was ja nicht falsch ist. Wenn man versucht, das nicht all zu theoretisch midlifig zu hören, bekommt man es mit einem sehr zielgruppen-fokussierten Gebrauchspop zu tun. Das Album heißt dann auch „55“ und somit gleich auch eine Alterseignung angegeben, und das Thema ist so in etwa: Eine 55-Jährige hadert mit der modernen Welt: „Jemand twittert irgendwas / Und am nächsten Tag ist alles nichts mehr wert / Einer sprengt was in die Luft / Weil ihn meine Art zu leben so sehr stört / Grenzenlos / Fluten mich die Bilder übergroß / Ganz egal, was auch passiert / Passiert ab jetzt auch immer hier“ - das ist schon alles ein wenig unsubtil aber man ja auch sagen: Auf den Punkt. Man wird nicht so richtig schlau draus, obwohl es recht schlau daher kommt. Und genau das gefällt mir irgendwie schon, auch wenn ich nicht so sehr mit dieser Musik gemeint bin. Vielleicht ist das ja Teeniepop für Menschen in der Midlife-Crisis.